Blaue Nacht 2012

Hinter den Fenstern des alten Rathauses brennt Licht. Schemenhafte Silhouetten schieben sich vorbei, immer andere Fenster werden abwechselnd beleuchtet, ohne dass ein System oder eine zusammenhängende Geschichte erkennbar wäre. Die unzusammenhängenden, surreal anmutenden Projektionen bewegen sich zwischen dem Gegenständlichen und dem Abstrakten. Sie gehorchen einer eigenen Logik, die undurchsichtig bleibt und gerade darum darüber mutmaßen lässt, was sich wohl im Innern des Gebäudes abspielt. Die Assoziationen in alle (un)möglichen Richtungen beim Betrachten der Fenster sind mindestens ebenso wichtig wie die tatsächlich gezeigten Bilder. Schatten haftet stets etwas Geheimnisvolles an, sie sind immateriell und dennoch sichtbar. Ein fallender Schatten ist ein Abbild eines Gegenstandes und entwickelt dabei doch ein von diesem unabhängiges Eigenleben.

Für die Installation Rear Window anlässlich der Blauen Nach in Nürnberg am 19. Mai 2012 wurden alle 18 Fenster des alten Rathauses bespielt, doch nicht gleichzeitig: Mit Hilfe einer Zeitschaltuhr wurden einzelne oder mehrere zufällig ausgewählte Fenster für eine bestimmte Zeit mit Scheinwerfern, Overheadprojektoren oder Beamern beleuchtet. Neben klassischen Scherenschnitten waren auch Liveperformances, Videoprojektionen und hinterleuchtete Bilder und Objekte zu sehen.

 

Bilder

Videos

Links

 

Die Fenster zeigten jeweils von links nach rechts:

Obere Reihe : Performance mit Stroboskoplicht, Schatten Objektes aus Ästen u. a. Materialien, Scherenschnitt zweier Personen vor Zeitungspapier, Overheadprojektion abstrakter Farbschüttungen (Performance),  hinterleuchtete Zeichnung eines kronleuchterartigen Liniengebildes, Zusammenschnitt verschiedener Szenen aus Werbesendungen und Spielfilmen, gelbe Folienkomposition, Overhead-Liveticker zum Championsleague-Finale, Arrangement aus Fernsehattrappe, Zimmerpflanze, Vorhängen.

Untere Reihe: Scherenschnitt einer geöffneten Balkontür,  Videosequenz, in der eine Frau scheinbar auf dem Fenstersims sitzt und schließlich hinabbspringt, Weltraumansicht aus Schwarz-Weiß-Kopien, Scherenschnitt eines  organisch “wuchernden” Maschinenraums, hinterleuchtete figurative Malerei, Performance, bei der das Fenster abwechselnd bemalt und wieder geputzt wurde,  Fläche aus Zeitungspapier, Videoaufnahmen aus verschiedenen Räumen (Schulhaus, Kirche, leerstehende Wohnung), Scherenschnitt mit weiblicher Figur, Blüten, Blättern.

 

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